Uniform und Ausrüstung der Rotfront

Was zieh‘ ich an?

Natürlich erwarten wir nicht sofort von dir, dass du eine vollständige Klamotte mitbringst. Denn dass Herstellung und Beschaffung dieser einiges an Zeit und Geld fressen, ist uns bewusst. Für den Anfang kannst du als Milizionär beginnen. Hierfür reichen gewöhnliche Klamotten im Arbeiter- und Partisanen-Stil der 20er bis 40er Jahre, die man recht schnell zusammenimprovisiert bekommt – aber natürlich im endzeitlichen Stil zerschlissen, schmutzig und geflickt. Zum Zeichen deiner Zugehörigkeit erhältst du von uns dann eine Armbinde.

Sobald dir klar ist, dass du ein echter Barinist werden möchtest (und du IT vereidigt wirst), wirst du eine richtige Uniform brauchen. Und wie du diese zusammenstellst, findest du im nachfolgenden Leitfaden.

Lass dich auf den ersten Blick nicht verunsichern – vieles kann man improvisieren und auch selber machen. Es ist auf keinen Fall notwendig, dass du dir einen Reenactment-Bestand aus Rotarmistenausrüstung zulegst. Und selbstverständlich stehen wir dir alle mit Rat und Tat zur Seite. Also im Zweifel keine Scheu zeigen und fragen!

Einkaufsliste

Das brauchst du (langfristig) alles. Für einen ersten Besuch reicht deutlich weniger und du kannst dir aus dem Fundus etwas leihen. Erläuterungen findest du im nachfolgenden Leitfaden. Bitte lies ihn dir sorgfältig durch!

Uniform:

Effekten:

Schutzausrüstung: 

Gepäck:

Bewaffnung:

 

Uniform- und Ausrüstungsleitfaden

Inhalt:

  1. Allgemeines
  2. Farbgebung
  3. Feldbluse
  4. Hose
  5. Unterhemd
  6. Mantel
  7. Kopfbedeckung
  8. Schuhwerk
  9. Koppelgeschirr
  10. Schutzaustüstung
  11. Gepäck
  12. Verbandpaket
  13. Bewaffnung
  14. Endzeit-Modding
  15. Verzierungen
  16. Schulterklappen
  17. Kragenspiegel
  18. Orden & Medaillen
  19. Zusammenfassung

Allgemeines

Die KFB ist eine militärische Gruppierung der Endzeit, was einen Spagat zwischen Uniformität und endzeitlicher Optik erfordert.

Das bedeutet, die Kleidung soll adrett, praktisch, widerstandsfähig und wetterbeständig sein – und auf jeden Fall wie eine sowjetische Uniform wirken: Mithilfe von Schnitt, Uniformknöpfen, Schulterklappen, Abzeichen und Verzierungen lässt sich schnell ein uniformartiger Stil erreichen.  Es gilt:

„Wir wollen uniform, aber nicht gleich aussehen!“

König ist immer das Klischee! Um die angestrebte Optik und Wirkung zu erreichen, gibt es eigentlich nur drei Vorgaben:

  • Der Träger soll als Angehöriger der KFB klar erkennbar sein
  • Die Klamotte muss dem Thema des postapokalyptischen Sowjetsoldaten entsprechen
  • Mangel und Abnutzung müssen auf den ersten Blick ersichtlich sein.

Keine Ahnung, was der Barinistische Armist von Welt so trägt? Wir haben dir hiermit eine kleine Übersicht mit den gängigen Kleidungsstücken zusammengestellt. Natürlich gibt es bestimmt noch jede Menge weitere passende Kleidungsstücke. Wenn du eine Idee hast und dir nicht sicher bist, ob sie passt, frag im Zweifel einfach nach! Werde ruhig kreativ! Erfahrenere Spieler können dir sicherlich Tipps geben, auch dazu, was du wo am besten beziehen kannst. Falls du auf Originalteile zurückgreifen möchtest oder dich daran orientierst, denk nur daran, dass unsere Welt in den Sechzigern untergegangen ist. Die Teile sollten also nicht jünger sein als maximal aus den frühen Siebzigern.

Selbstverständlich musst du keine Originaluniformteile kaufen. Diese können ebenso gut selbst geschneidert oder aus Alltagskleidung umfunktioniert werden (Endzeit, baby!), solange die Grundoptik erkennbar bleibt. Es geht nicht um das Nachstellen der historischen Roten Armee, sondern um das Spielen mit den Klischees! Manche Ausrüstungsteile mögen noch so historisch sein, sie passen dennoch nicht ins Bild.

Die Farbgebung

Die nahezu wichtigste Vorraussetzung für die richtige Optik ist die Farbgebung. Dabei gibt es nicht „den einen Farbton“, sondern eher ein Farbspektrum. Dieses bewegt sich von gelboliv bis braunoliv. Der politischen Gesinnung entgegengesetzt: Im Zweifel lieber zu braun als zu grün.

Verzichte bitte auf das klassische Nato-Oliv, denn das sieht man in der Endzeit an jeder Ecke und passt einfach nicht zum Russischen.

NoGos: Absolutes Tabu sind Tarnmuster, auch alte wie Amöba, Strichtarn oder andere, die schon im Zweiten Weltkrieg oder bis zu den 60er Jahren im Dienst waren. Dies gilt auch für die Ausrüstung! Fleckige ausgebleichte Materialien reichen völlig, um sich zu tarnen und üblicherweise agieren wir im LARP auf Entfernungen, wo Tarnung ohnehin  keinen Sinn macht. Spätestens wenn wir zum Uuurraaahhh-Angriff® starten, ist Tarnung eh hinfällig…

Dein Grundstock für den Anfang sollte aus folgendem bestehen:

Die Feldbluse (Gymnastorka)

Gymnastorka

Die Gymnastorka ist der wichtigste Teil der Uniform, denn sie sagt mit einem Blick alles über den Armisten aus.

Die Gymnastorka hat eine sichtbare Knopfleiste  mit Metallknöpfen, einen Kragen, an dem die Kragenspiegel befestigt werden, angenähte oder aufgeknöpfte Schulterklappen, sowie Taschen unterhalb der Koppel. Zusätzliche Taschen können sich auf der Brust befinden. Als Alternative zur Gymnastorka kann eine Tunika getragen werden – also ein langes Hemd, dass nur bis etwa zur Mitte der Brust geknöpft wird und meist mit Brusttaschen versehen ist.

Tunika

Zur Grundoptik der Felduniform gehört unbedingt eine Koppel! Also im Wesentlichen ein breiter Gürtel in braun oder schwarz mit schicker Schnalle, die gerne mit sowjetischer Symbolik verziert sein darf.

Den Rücken deiner Oberbekleidung kannst und sollst du verzieren, wie du möchtest: Aufdrucke, Stickereien, Sprüche, Bilder… Lass deiner Individualität freien Lauf!

NoGos: Moderne, eindeutig Zivile Kleidungsstücke wie Hoodies, Pullis, etc., moderne Uniformjacken.

Die Hose (Dschodpur)

Jodhpurhose

Um dem russischen Klischee gerecht zu werden, muss diese an den Oberschenkeln möglichst weit sein und zu den Waden hin eng – man denke an die übliche Reiterhosenoptik der 20er bis 60er. Mit Wadenwickeln, Gamaschen und hohen Stiefeln kann diese Optik unterstützt werden.

Der Hosenbund sitzt relativ hoch auf der Taille (NICHT auf der Hüfte wie bei modernen Hosen!). Damit der auch dort bleibt, sind Hosenträger nicht nur sehr praktisch, sondern vor allem auch ziemlich stilecht! Aufgenähte Knieschoner aus Stoff oder Leder verleihen dem ganzen einen praktischen und endzeitlichen Flair.

Die Farbe der Hose kann den Stajafarben folgen (blau für Stoiki und KPI, grün für Meditsina, schwarz für Teslavek etc.) und dann mit einem roten Streifen an der äußeren Naht verziert werden. Als Alternative zu den üblichen Hosen kann eine wattierte Panzerhose herhalten – sofern diese zum Charakter passt. Für Frauen bieten sich außerdem mindestens Knielange Röcke an  – klingt erstmal bieder, ist aber mit einem flotten Schiffchen zur Feldbluse echt adrett!

NoGos: Eng anliegende Hosen, Schlaghosen, Cargohosen, Jeans, Knieschoner aus Plastik.

Das Unterhemd (Telnjaschka)

Telnjaschka

Ein typisches Gimmick unserer Darstellung ist die Telnjaschka – das legendäre blau oder schwarz gestreifte Unterhemd des russischen Militärs. Dieses kann auch kurzärmelig wie ein T-Shirt oder langärmelig sein. Wichtig ist nur, dass die weißen und dunklen Streifen etwa gleich breit sind. Die Telnjaschka wird übrigens immer in die Hose gesteckt getragen!

Spätestens nach deiner ersten Telnjaschka-Party wird dir klar werden, dass sie unabdingbar ist!

Der Mantel (Shinel)

Shinel

Wo wir herkommen, ist’s kalt. Wo wir hingehen auch. Ein nicht wegzudenkender Teil des russischen Klischees ist also ein warmer, langer Mantel – im besten Falle aus Wolle, oder zumindest so aussehend. Dieser sollte mindestens bis an die Waden reichen. Bei kurzen Mänteln lässt sich unten ein verlängerter Saum anbringen. Farblich ist alles zwischen Grau, Braun und Khaki angebracht.

Der ausgelutschte, olivgrüne Parka, zu dem man gerne greift, ist übrigens eher etwas für Partisanen und Zivilisten und für einen waschechten Rotarmisten unpassend. Wenn du auf der Suche nach etwas Jackenartigem bist, dann google mal nach Telogreika, die typisch russischen Wattejacken sind ebenfalls sehr gut geeignet und bieten mehr Bewegungsfreiheit.

NoGos: Zu kurzer Mantel, Bundeswehr-Parkas, kurze Jacken.

Auf dem Kopf

Sofern er keinen Helm trägt, gehört auf den Kopf des Barinistischen Armisten immer eine Mütze! Als die gängigsten sind die Pilotka, das Schiffchen zu nennen, oder für kalte Tage die Uschanka, die klassische  Fellmütze mit Ohrenklappen. Ungewöhnlicher, aber ebenso passend ist die Budinovka. Das Tragen einer Schirmmütze ist Offizieren und Sonderrollen vorbehalten! Die Farbe der Schirmmützen richtet sich nach der Abteilung: Schwarz für Wissenschafts-/Technikoffiziere, grün für medizinische Offiziere, blau für Komissare und Stoiki.

NoGos: Barette, modern oder amerikanisch aussehende Käppis oder Hüte, Sonnenhüte, Anglermützen, Boonies (selbst, wenn es historische Quellen dazu gibt)

An den Füßen

Die perfekte Optik hat man mit hohen Stiefeln; Reitstiefel, Knobelbecher, alte NVA-Stiefel, Walenki (Filzstiefel) u. ä. eignen sich prima.  Für den weniger glücklichen Armisten sind auch knöchelhohe, feste Schuhe in braun oder Schwarz in Kombination mit Wadenwickeln oder ledernen Gamaschen möglich. Für rocktragende Frauen eignen sich knöchelhohe Schnürstiefel.

NoGos: Springerstiefel, moderne Funktionsschuhe, Turnschuhe, Buntes, sichtbare Reißverschlüsse.

Koppelgeschirr und Co.

Im besten Falle (und dein Starschina wird dafür Sorge tragen, dass der Eintritt!) hat der Barinistische Armist alles Nötige immer am Mann. Das bedeutet, deine Klamotte muss in der Lage sein, dass alles wichtige daran und darin verstaubar ist. Daher empfiehlt sich sehr die Anschaffung eines Tragegeschirrs, damit Munition, Waffen, Werkzeuge und Papiere immer griffbereit sind. Für den Rotarmisten gängig ist das klassische Y-Geschirr, welches, wenn du es nicht selber bauen möchtest, praktischerweise gut in Originalform erhältlich ist. Die Modelle mit einem Schrägriemen über der Schulter sind den Kommandiri vorbehalten. Darüber hinaus kannst du deine Koppel vollhängen mit Taschen für Gasmaske, Munition, Tabak, Andenken, Handelsware, was auch immer – je bepackter der Soldat, desto endzeitlicher!

Praktisch für kleineres Feldgepäck und daher empfehlenswert ist die Anschaffung eines passenden Rucksacks. Ein Paradebeispiel hierfür wäre zum Beispiel der so genannte Meschok oder der tschechiche M60. Beide sind für unter 10 Euro erhältlich.

NoGos: Moderne Gurt- und Tragesysteme aus dem Softair- und Wehrsportbreich, Funktionswesten, Plastik-Clips, Nylongurte, etc.

Schutzausrüstung

Unabdingbar für die meisten Feldoperationen ist die Anschaffung einer Palatka – das ist eine Art Zeltplane, die sich eigentlich für alles eignet. Ob als Poncho, als Schutz gegen Regen, kleines Zelt oder zur Tarnung. Der Großteil der Barinistischen Armisten wird darin übereinstimmen, dass ihre Palatka ihnen wohl häufiger das Leben gerettet hat als jedes andere ihrer Ausrüstungsteile!

Oft genug wirst du außerdem in Situationen geraten, in denen es heißt, Gasmasken aufsetzen! Ob NVA-Modell, russisch, ungarisch oder polnisch – passend sind eigentlich alle Modelle mit runden Augenfenstern. Besonders schick sind Schlauchsysteme, deren Filter in der Tasche oder am Gürtel getragen werden. Bitte räume die Filterbehälter vor dem Gebrauch unbedingt aus, damit du im Spiel keine alten Filterpartikel einatmest!

Vor dem Staub des Ödlands und umherfliegenden Splitter im Gefecht schützt dich eine Schutzbrille. Diese sollte sowohl optisch zum Style passen, als auch softairtauglich sein, damit deine Augen auf unseren Softaircons absolut sicher sind.

NoGos: Moderne Gasmasken mit eckigen Sichtfenstern oder Panoramascheiben, „takticoole“ Brillen.

Rüstung ist, abgesehen vom Helm, in der KFB unüblich und unerwünscht. Einzige Ausnahme stellt eine metallene Brustplatte dar, wie sie in der historischen Roten Armee verwendet wurde.

Was die Helmform angeht, so haben fast alle ehemaligen Sowjet- und Oststaaten die gleiche. Hier kannst du dich bedienen! Natürlich bietet dein Helm eine prima Fläche, deinen Gegnern mitzuteilen, was immer du zu sagen hast. Sonderlackierungen mit Sprüchen und Bildern sind daher sehr erwünscht!

NoGos: Moderne Helmformen, Helme der Westmächte, Feuerwehr- oder Funktionshelme, NVA-Helme, Wehrmachtshelme.

Kochgeschirr 

Dann brauchst du natürlich noch was zu Futtern:  Kochgeschirr, Besteck, eine Tasse, eine Feldflasche, ein Brotbeutel und ein kleiner Esbitkocher stehen daher immer auf deiner Packliste.

Da die Kochgeschirre sämtlicher Armeen sich stark ähneln, ist es hierbei weniger wichtig, welchen Ursprung es hat. Selbstverständlich kannst du – ganz endzeitlich – derartige Alltagsgegenstände auch aus anderen Dingen umfunktionieren. Je kreativer und endzeitlicher du dabei vorgehst, desto schöner wird das Ergebnis. Einen Brotbeutel kann man zum Beispiel ganz wunderbar aus einem alten Küchenhandtuch selbst nähen. Mangelszenario!

NoGos: Modernes Campinggeschirr aus Plastik

Oft genug agieren wir im Dunkeln – daher wirst du unbedingt eine Taschenlampe brauchen. Aber Achtung: Moderne Taschenlampen und vor allem LEDs sind ein großes Tabu! Such also nach einer Kasten-Taschenlampe, die du an deiner Koppel befestigen kannst. Richtig gemoddet sind auch alte Bundeswehr-Strahler und Suchlampen optimal nutzbar.

NoGos: Weißes LED-Licht, moderne Plastik-Taschenlampen

Verbandpaket

Lebensrettend für dich und deine Genossen und daher Pflicht für jeden ist ein kleines Erste-Hilfe-Paket mit zwei Verbänden, einem kleinen Fläschchen Kunstblut und einer Aderpresse. Diese ist ein langer, breiter Gummischlauch zum Abbinden verwundeter Extremitäten. Anders als moderne Tourniquets werden die alten russischen nicht verdreht oder verzurrt.

Zur Aufbewahrung deines Verbandpakets eignet sich eine umfunktionierte Handgranatentasche besonders gut. Diese solltest du mit einem roten Kreuz kennzeichnen, damit der Feldmjedik das Material im Fall der Fälle schnell findet!

NoGos: Moderne Tourniquets, Plastikverpackungen

Bewaffnung

Jeder Rotarmist sollte über ein Gewehr und eine Nahkampfwaffe verfügen. Als klassisches Gewehr ist die Kalashnikov-Familie bis AK-74 zu nennen. Erfahrene Spieler können dir gewiss Tipps geben, wie du eine solche aus einer handelsüblichen Nerfgun modden kannst. Offiziere tragen in der Regel Pistolen. Selbstverständlich gibt es noch eine Reihe weiterer Waffenmodelle, die möglich sind. Letztendlich kannst du an dieser Stelle deiner Fantasie und deinem Moddinggeschick freien Lauf lassen. Voraussetzung sind allerdings folgende Punkte:

  • Die Waffe soll echt aussehen.
  • Die Waffe soll zeitlich passen.
  • Nur eine Langwaffe pro Rotarmist.
  • Immer eine Nahkampfwaffe dabei haben!

Falls du dir für eine unserer Airsoftcons einen Markierer (0,5 Joule!) zulegen möchtest, haben wir einen eigenen Artikel zum Thema Langwaffen in der KFB in unserem Blog mit Modellübersicht und Kaufempfehlung.

Kaufempfehlungen, Beratung und technischen Support erhältst du außerdem in unserer Facebookgruppe.

Behalte im Hinterkopf, dass unsere Welt in den Sechzigern untergegangen ist. Jüngere Modelle als aus den frühen Siebzigern gibt es bei uns also nicht! Bunte, spacige, überdimensionierte Wummen sind tabu!

Denk an die Munitionsknappheit. Eine völlige Überbewaffnung mit Schusswaffen hilft dir im Feld nicht die Bohne, wenn du nur drei Schuss hast.  Daraus resultiert die Regel mit der Nahkampfwaffe. Diese kann ein einfaches Messer sein – soldatischer und damit ungleich stilvoller sind aber eine Saperka, ein Spaten, oder/und ein Bajonett (selbstverständlich larpkampftauglich!)

NoGos: Bunte, ungemoddete Nerfguns, moderne Gewehrtypen

 

Ab durch die Moddingmühle…

Da keiner von uns mal eben mit einer Linienmaschine aus Minsk eingeflogen wurde, gilt:

Niemand hat eine komplett saubere und neuwertige Klamotte!

Selbst militärisches Material, auch russisches, ist nicht für die Ewigkeit gemacht. Und da wir aufgrund der Versorgungslage an der Westfront natürlich nicht den Luxus genießen, jedes Jahr eine neue Uniform zu bekommen, sieht man an unserer Ausrüstung die Spuren des harten Frontalltags. Ersatz kommt höchstens sporadisch und dann auch selten mehr, als mal hier und da ein Teil. Ergo ist der Großteil unserer Uniformen schon lange (evtl. mehrere Jahre) getragen und das sollte man auch sehen: Ausbesserungen, Flicken, Änderungen, Ergänzungen oder Neukombinationen und natürlich alte Flecken und Verfärbungen sind die gängigsten Methoden. Orientiert euch bei den Beschädigungen an der Realität und Logik. Was geht zuerst kaputt? Reibeflächen wie Knie, Ellenbogen, Unterarme werden besonders beansprucht, Risse zeigen sich häufig an Unterschenkeln, Oberarmen, Schulterblättern und Torsoflanken.

Ein guter Soldat wird natürlich versuchen, seine Ausrüstung funktional zu halten, indem er sie nach besten Möglichkeiten (mehr oder weniger geschickt) flickt. Lasst euch da von den anderen Spielern inspirieren und nehmt euch Beispiele an den fertigen Klamotten den anderen.

Mit einer Holzraspel lassen sich Säume und Flächen wunderbar aufreiben. Löcher schaffst du mit einem Messer oder einer Stoffschere. Denk daran, Lochränder aufzurauen, indem du mit einer scharfen Klinge oder einer Drahtbürste immer wieder daran entlang fährst, damit es nicht aussieht wie „frisch geschnitten“. 
Einschusslöcher kannst du wunderbar darstellen, indem du kleine Löcher mit einem dicken Kugelschreiber oder Zimmermannsnagel ausreißt.

Abdeckfarbe in verschiedenen Schlammfarben mit einem Haushaltsschwamm aufgewischt sorgt für die nötige Dreckoptik. Arbeite dich hierbei „von unten nach oben“: Entlang der Säume nicht an Farbe sparen und von da aus in die Mitte des Kleidungsstücks „ausstreichen“. Deftige Spritzer Farbe hier und da können durch starkes zerknüllen des Kleidungsstücks eine natürliche Verteilung annehmen. Das gute an Abdeckfarbe ist, dass dein Modding damit meistens auch die ein oder andere Maschinenwäsche übersteht!

Bereiche der Kleidungsstücks, die stark der Sonne exponiert sind, zum Beispiel Schultern, oberer Rücken und die oberfläche der Oberschenkel, können mit Chlorreiniger oder starker Blondierung ausgebleicht werden.  Dies geht am Besten durch Auftupfen mit einem Schwamm. Die meisten Militärstoffe sind dem gegenüber ziemlich widerstandsfähig, also wiederhole die Prozedur ruhig mehrmals.

Spare auf keinen Fall an Flicken! Damit es nicht albern aussieht, schaffe dir einen Pool an Stoffen in ähnlichem Farbspektrum wie der Ursprungsstoff, aber zum Beispiel mit unterschiedlicher Struktur oder Musterung. Je mehr verschiedene Strukturen und Farbtöne unseres Grundspektrums du letztendlich auf deiner Klamotte wiederfindest, umso besser!

Am Ende sollte deine Klamotte keinen Fleck größer als 10x10cm aufweisen, der frei ist von Flecken, Löchern oder Flicken. Denn ein bisschen Kaffee, Staub und Dreck machen noch lange keinen Endzeitlook! Deine Uniform kann gar nicht zu viel gemoddet sein! Erst wenn sie aus mehr Flicken und Fetzen besteht als intaktem Stoff, ist deine Klamotte fertig!

NoGos: Zu wenig Flicken, zu wenig Löcher, zu wenig Dreck

Verzierungen

Tscheburaschka, Star einer Kinderserie und Maskottchen der KFB

Wir wären natürlich keine echte Endzeit-Armee, wenn wir mit schlichter, lediglich geflickter Klamottage daher kämen. Eine Armee braucht schließlich Kampfgeist, und den muss man ihr auch ansehen!

Jeder darf und soll seine Uniform also verzieren, so viel es geht. Sei es mit Aufnähern, Bemalungen, Sprüchen, Tscheburaschkas oder der klassischen Symbolik. Auch rote Elemente wie Streifen an Hosen oder Pseudo-Paspelierungen sind immer gut! Lass dich einfach von den Uniformen der anderen Spieler inspirieren. Einzig die Bereiche für die Rangabzeichen sind freizuhalten, also die Schulterklappen und Kragenspiegel, sowie der linke Oberarm. Ansonsten tob dich aus und mach es individuell!

Armbinde und Schulterklappen

Wenn du deinen Grundstock zusammengestellt hast, kommt nun der „harte“ Teil. Aber keine Sorge, wenn man es erst einmal durchblickt hat, ist es gar nicht so schwer und selbstverständlich stehen wir dir bei Fragen immer gern zur Seite.

Zunächst: Eine schwarze Armbinde mit dem Symbol der Barinisten am linken Oberarm weist dich als Mitglied der KFB aus. Idealerweise befestigst du sie mit einem Knopf an deiner Schulterklappe. Die Armbinde wird zu jeder Zeit auf allen Bekleidungsschichten getragen, also Mantel, Gymnastorka, Tunika. Den Barinisten-Aufnäher kannst du bei der Orga bestellen.

Als Armee haben wir natürlich ein Rangsystem. Damit es im Zuge des soldatischen Alltags nicht zu peinlichen Märschen ins Fettnäpfchen kommt, es wichtig, dass jeder Rang und die Zugehörigkeit seiner Abteilung sofort und immer erkennbar sind. Daher sind die Schulterklappen nach der Armbinde die wichtigste Effekte. Deine Schulterklappen kannst du ganz einfach selber machen. Wie, erfährst du in diesem Artikel: Schulterklappen ganz einfach selber machen.

 

 

 

 

Kragenspiegel

Wie du deine Kragenspiegel einfach basteln kannst, erfährst du in diesem Artikel: Kragenspiegel selber machen. An den Kragenspiegeln erkennt dein Gegenüber, welcher Abteilung du angehörst. Jede Abteilung hat ihre eigene Farbe und ihr eigenes Zeichen, welches an die Kragenspiegel angesteckt wird. In der Rotfront gibt es NUR die nachfolgend aufgeführten Abteilungen und Zeichen, andere sind nicht zulässig!

  • Staja 1 – Armyet: Die Kragenspiegel sind rot. Das Abzeichen zeigt den Stern im Lorbeerkranz. (Erhältlich unter dem Suchbegriff „Motorisierte Infanterie“.) Zum Armyet gehören erst einmal ALLE Barinistischen Armisten, sofern keine andere Absprache mit der Orga geschehen ist. Offiziere des Armyet tragen olivfarbene Schirmmützen und Hosen. Feldmjediks tragen am rechten Oberarm die weiße Binde mit dem Roten Kreuz. Der Starschina ist an einem gelben Längsstreifen auf der KFB-Armbinde zu erkennen.
  • Staja 2 – Meditsina: Kragenspiegel sind dunkelgrün. Das Funktionsabzeichen ist die Äskulapschlange, die sich um einen Kelch windet. Zusätzlich wird eine weiße Armbinde mit rotem Kreuz am rechten Oberarm getragen. Offiziere tragen dunkelgrüne Schirmmützen und dunkelgrüne Hosen mit rotem Streifen an der Naht. Der leitende Stabsarzt ist an einen grünen Längsstreifen auf der Barin-Armbinde zu erkennen. ACHTUNG: Feldmjediks sind Soldaten mit zusätzlichen medizinischen Kenntnissen. Das bedeutet, sie sind nicht der Staja 2  unterstellt, sondern gehören zum normalen Truppengefüge. Sie tragen daher ihre normale Waffenfarbe mit einer weißen Armbinde mit rotem Kreuz am rechten Oberarm.
  • Staja 3 – Teslavek: Die Kragenspiegel sind schwarz. Die Funktionsabzeichen sind gekreuzte Werkzeuge. (Erhältlich unter dem Suchbegriff „Topographischer Dienst“.) Offiziere tragen schwarze Schirmmützen und schwarze Hosen mit rotem Streifen an der Naht. Der leitende Stabstechniker ist an einem weißen Längsstreifen auf der Armbinde zu erkennen.
  • Staja 4 – Satnik: Die Kragenspiegel sind violett. Das Abzeichen zeigt ein geflügeltes Rad. (Erhältlich unter dem Suchbegriff „Eisenbahn“.) Der Stabsdirektor ist an einem violetten Längsstreifen auf der Armbinde zu erkennen.
  • Staja 5 – Kommissariat für politische Interessen: Die Kragenspiegel sind dunkelblau. Das Abzeichen zeigt einen Stern. Kommissare tragen zudem einen roten Stern mit Hammer und Sichel eine halbe Handbreit unter der rechten Ellenbeuge auf der Oberbekleidung. Komissare und Stoiki tragen blaue Mützen und blaue Hosen. ACHTUNG: Stoiki (die Schlägertruppe des Politruks) sind Soldaten mit zusätzlichen Berechtigungen. Das bedeutet, sie tragen die Abzeichen der gewöhnlichen Infanterie, aber auf blauen Kragenspiegeln.

Zusätzlich kann am rechten Oberarm ein Aufnäher mit dem Zeichen der Abteilung getragen werden. Diese Aufnäher könnt ihr bei der Orga bestellen.

Orden, Medaillen und Anstecker

Der ehrenwerte Parteivater Barin

Stellt man sich einen Rotarmisten vor, so hat dieser stets eine mit Orden behängte Brust wie der ortsansässige Schützenkönig. Das ist Teil des Klischees mit dem wir spielen. Dennoch lautet die Regel: Kein Abzeichen ohne Geschichte! Bitte behänge dich zu Beginn noch nicht mit Klimbim, denn je weniger du hast, desto mehr kannst du dir verdienen. Und kein Augenblick ist schöner als der, in dem man einen stolzen Orden verliehen bekommt! Bedenkt bitte, immer das realistische Ausmaß der Auszeichnung. Unsere Kompanie ist ja nun nicht gerade die Creme de la Creme der Rotfront – da wird man den Ultrahelden der Sowjetunion hier vermutlich weniger finden.

Übrigens: Die Verleihung einer Auszeichnung ist immer ein Eintrag in die Personalakte wert. Vergiss also nicht, diese in deiner Personalakte zu vermerken!

 

Oktober 17, 2017
Kolja Iljushin